In vielen Haushalten liegen alte Handys, Kabel oder defekte Kleingeräte ungenutzt in Schubladen. Dabei enthalten Elektroaltgeräte wertvolle Rohstoffe: Laut dem Zweckverband München-Südost kann aus 14 Tonnen Elektroschrott etwa 1 Tonne Kupfer zurückgewonnen werden. Falsch entsorgt belasten sie dagegen Umwelt und Gesundheit durch Schadstoffe wie Blei, Cadmium und Quecksilber.
Gleichzeitig zeigt sich großer Handlungsbedarf: Laut der Europäischen Kommission wurden im Jahr 2022 in der EU 14,4 Millionen Tonnen Elektrogeräte verkauft, jedoch nur 5 Millionen Tonnen Elektroschrott gesammelt. Viele Länder verfehlen damit weiterhin die Vorgaben der WEEE-Richtlinie.
Damit wertvolle Materialien im Kreislauf bleiben, ist eine sachgerechte Abgabe entscheidend. Elektroaltgeräte gehören an offizielle Sammelstellen, in Rücknahmeprogramme des Handels, zu lokalen Sammelaktionen oder in die Hände zertifizierter Entsorgungs- und Recyclingdienste. Vor der Abgabe sollten Daten gesichert und gelöscht, Batterien oder Akkus entfernt und funktionsfähige Geräte idealerweise gespendet oder zur Aufbereitung weitergegeben werden.
Im EU-Projekt Circotronic arbeitet ein Konsortium aus 11 Partnern daran, Sammel- und Verarbeitungsstrukturen zu verbessern und das Bewusstsein für den Wert von Elektroaltgeräten zu stärken. Dies ist ein wichtiger Schritt hin zu einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft.